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Island - eisig heiße Sch÷nheit

Myvatn - Godafoss - Akureyri - Hrafnagil - Dæli (ca. 300 km)

Nun heißt es nach 2 Tagen wieder Sachen packen und weiter auf der Ringstraße 1. Nachts wird es langsam kälter und somit müssen wir unser Auto erst mal frei kratzen, bevor wir weiterfahren können. Hier macht sich die Sitzheizung des Audi wieder positiv bemerkbar.

Auf unserem Weg nach Akureyri, der Hauptstadt von Islands Norden, kommen wir zuerst am Godafoss vorbei. Der "Götterwasserfall" wurde einer Sage nach so benannt, da bei der Christianisierung Islands der damalige Herrscher alle Götzenbilder der heidnischen Götter an diesem Wasserfall versenkt haben soll.

Wie immer kann man direkt am Wasserfall parken und wir gehen zuerst an der linken Seite des Flusses entlang. Hier sind wir komplett ungestört, während auf der anderen Uferseite bereits 2 Busse mit Touristen ankommen. Über eine kleine Holzbrücke und durch morastigen Boden nähern wir uns dem schönen Wasserfall. Hier stürzt das Wasser des Flusses Skjßlfandafljˇt auf einer Breite von 30 Metern ca. 12 Meter in die Tiefe. Nach eingehender Betrachtung gehen wir zurück und nahmen die andere Seite in Angriff. Hier kommt man an tiefen Löchern vorbei, die 30 oder 40 Meter in die Tiefe direkt in den Fluss führen. Auf dieser Seite herrscht rege Betriebsamkeit und man sieht auch einige Leute, die mit Stöckelschuhen oder anderem, ungeeignetem Schuhwerk die Steine bis zur Abbruchkante des Wasserfalls erklimmen. Die moosbewachsenen Steine flussaufwärts ergeben ein harmonisches Bild, welches im krassen Gegensatz zu den tosenden Wassermassen steht.

Die Fahrt nach Akureyri, der viertgrößten Stadt Islands mit ca. 17000 Einwohnern, führt quer durch eine Landschaft mit vielen Bergen und vereinzelten Wasserfällen, die die Berghänge herunter fallen. Von der gegenüberliegenden Seite des Fjords hat man einen tollen Blick auf die Stadt, die von einem schneebedeckten Berg überragt wird.

Wir stellen unser Auto an einem Parkplatz in der Stadtmitte ab und erkunden den Rest zu Fuß. Hier gibt es wie in jeder größeren Stadt viele Einkaufsmöglichkeiten und auch einen der schönen Souvenir Shops von The Viking, die man überall in Island wiederfindet. Die futuristische Kirche wird zumindest von außen besichtigt und in einer Bäckerei decken wir und für den weiteren Tag ein.

Mit dem Auto fahren wir dann zum botanischen Garten, den man in diesen Breiten nicht unbedingt vermutet. Er ist relativ klein gehalten, ist aber ein magischer Anzugspunkt vor allem für die Einwohner Akureyris und lädt bei schönem Wetter zu einem Picknick ein. Es gibt viele Pflanzen hier und auch eine separate Abteilung, die der Pflanzenwelt des arktischen und subarktischen Lebensraums gewidmet ist.

Eine wunderbare Attraktion ist das ca. 25 Kilometer von Akureyri entfernt liegende Dorf Hrafnagil. Dort gibt es den Christmas Garden, ein Weihnachtsdorf, das das ganze Jahr geöffnet hat. Als wir dort ankommen, stellen wir fest, wir sind fast eine Stunde zu früh vor Ort. Gerade als wir den Parkplatz wieder verlassen wollen, eilt ein Mann in den Mittvierzigern über die Straße und gibt uns zu verstehen, dass wir gerne dableiben dürfen. Somit öffnet der Laden eben heute mal eine Stunde früher als sonst. Der Laden selbst ist komplett verziert und auf dem Dach sind Leckereien wie Lackritzstangen und andere weihnachtliche Süßigkeiten angebracht. Mehrere kleine Gärten umgeben ihn, in denen liebevoll kleine, komplett ausgestatte Häuschen stehen und auch verschiedene Sitzgelegenheiten gibt es hier. Am Haus selbst ist der größte Adventskalender der Welt gebaut,

ein Turm den man über eine Treppe erkunden kann und in dessen Inneren kleine Fenster für die wichtigsten 24 Tage im Jahr angebracht sind. Vor dem Eingang begrüßt uns ein Schild, welches die noch verbleibenden Tage bis Weihnachten ankündigt. Im Inneren empfängt uns weihnachtliche Musik, ein Kamin, in dem prasselnd ein Feuer brennt und unheimlich viel verschiedener Weihnachtskrimskrams. Mindestens 40 verschiedene Bonbons, Zuckerstangen und andere Leckereinen warten hier auf, es gibt hunderte verschiedene Deko Artikel aus der ganzen Welt, u.a. auch eine Weihnachtskugel von den Simpsons. Wir wuseln durch den Laden und natürlich wechseln verschiedene Dinge ihren Besitzer. Es ist echt erstaunlich, mit welcher Herzlichkeit und Hingabe dieser Laden hier geführt wird und man merkt einfach, dass hier jemand seinen Lebenstraum auslebt.

Über den Pass Öxnadalsheiði kommen wir in die Pferdezuchtregion Skagafjörður, wo die berühmten Island Ponys gezüchtet werden. Vor der Einkehr in unser Gasthaus in Dæli machen wir noch einen Abstecher nach Borgarvirki, einer Ruine einer ehemaligen Felsenfestung. Im Reiseführer hoch angepriesen stellt sie sich doch recht unspektakulär dar. Eine einfache Rundung in den Felsen, die mit wahnsinnig vielen Gesteinssplittern übersäht ist. Der beschwerliche Weg über Stock und Stein durch den einsetzenden Regen hat sich nicht wirklich gelohnt. Aber dafür ist unser ehemals weißes Auto jetzt ausreichend mit Schlamm verziert.

Die Suche nach unserem Gasthaus erweist sich als nicht so leicht, denn nur ein kleines Schild an der Ringstraße weist uns darauf hin, dass in 5 Kilometer Entfernung der Gasthof zu finden wäre. Über einen Feldweg machen wir uns auf die Suche und finden ihn dann auch nach ca. 10 Kilometern Wegstrecke. Als einzige Gäste können wir uns wieder vollkommen ausbreiten und wir nutzen den hiesigen Hot Pot, um im strömenden Regen und bei nicht mal 10 Grad Außentemperatur ein kühles Bier zu genießen.





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