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Vietnam und Kambodscha

Von Saigon über Prasat nach Phnom Penh

Heute nun ist der Tag des Abschieds gekommen. Wir steuern mit unserem Bus unaufhaltsam in Richtung kambodschanische Grenze. Etwas Wehmut macht sich breit, da wir ein faszinierendes und interessantes Land hinter uns lassen. Aber wir sind natürlich genauso auf die neuen Eindrücke von Kambodscha und speziell Angkor Wat gespannt. Auf der vietnamesischen Seite verabschieden wir uns von Fahrer und Reiseleiter und marschieren zügig zum Ausreiseschalter. Allerdings ist hier erstmal Warten angesagt, da andere Menschen sich mit allen möglichen Pässen an uns vorbei drängeln und wir der Landessprache nicht wirklich mächtig sind. Aber mit etwas Geduld und einem energischen Hinlegen der Pässe sind wir dann doch irgendwann durch die Kontrolle durch. Zu Fuß geht es weiter durchs Niemandsland zwischen den beiden Ländern und auf der anderen Seite werden wir schon von unserem kambodschanischen Reiseleiter empfangen. Hier wieder das übliche Prozedere mit massig Anträgen ausfüllen, Visum bezahlen, Gesundheitscheck machen etc.

Nach gefühlten Stunden sind wir durch alle Kontrollen durch und fahren auf wesentlich weniger befahrenen Straßen auf, zu neuen Zielen. Zum Mittagessen halten wir an einem kleinen Restaurant am Straßenrand und hier fällt uns schon ein großer Unterschied zu Vietnam auf: Die Menschen in Kambodscha essen nicht mit Stäbchen, sondern alles wird mit Gabel und Löffel zu sich genommen. Lecker ist es allemal und fast genauso günstig wie in Vietnam.

Auf unserem Weg nach Phnom Penh steht als Zwischenstopp der Besuch einer dörflichen Schule auf dem Programm. Unser Reiseveranstalter "World Insight" hat dieser Schule ein Unterrichtsgebäude finanziert und stattet deshalb bei jeder Reise dem Dorf einen kleinen Besuch ab. Unser Weg zum Dorf führt an der Tour mit einem kleinen Motorboot nicht vorbei. In der Trockenzeit ist die Schule mit dem Bus problemlos erreichbar. Da wir jedoch zur Regenzeit das Land bereisen, sind wie üblich 60% des Landes überflutet. Diese Überflutungen sind notwendig, um Nährstoffe auf die Felder zu spülen, damit das restliche Jahr Landwirtschaft betrieben werden kann. Also fahren wir mit unserem Boot an vielen Bäumen vorbei, die bis zur Krone im Wasser stehen und einem zumindest anhaltsweise den Weg zeigen. Nach über einer Stunde erreichen wir einen Bereich, der überwuchert ist mit Wasserhyazinthen. Diese werden von den Schülern des Dorfes zusammengebunden, damit so die Wasserwege frei bleiben. Das Dorf selbst besteht aus einer Pagode und ein paar Behausungen in denen Mönche sowie die restlichen Bewohner untergebracht sind. Die momentane Hauptbeschäftigung der Dorfbewohner besteht darin, ein Langboot von fast 40 Metern fertig zu stellen. In zwei Wochen steht das alljährliche Wasserfest an, das mit einem Drachenbootrennen seinen Höhepunkt hat. Aus allen Teilen des Landes reisen Gruppen an, um an diesem Spektakel teilzunehmen.

Die Schule, die wir nun besuchen, besteht aus mehreren Unterrichtsgebäuden, die alle recht einfach eingerichtet sind. Zuerst empfängt uns der Rektor und erklärt uns die Begebenheiten des kambodschanischen Schulsystems. Im Anschluss dürfen wir in eine Klasse reinschauen, die extra wegen uns nochmals zusammengetrommelt wurde. Auf dem Plan steht Englischunterricht und stolz wird uns das gelernte Wissen gezeigt. Leider ist es um die Englischkenntnisse des Lehrers nicht so gut bestellt. Er versteht unsere auf Englisch gestellten Fragen nicht wirklich und auch seine Fragen sind nur sehr schwer zu erahnen. Und von ihm sollen die Kinder die englische Sprache lernen.

Mit unserem Boot geht es zurück zum Bus und nun stehen eigentlich der Weg nach Phnom Penh sowie die Besichtigung der Stadt auf dem Programm. Wir merken aber schnell, dass das nicht zu schaffen ist. Eine riesige Kolonne von Fahrzeugen wälzt sich Richtung Hauptstadt und an ein schnelles Vorwärtskommen ist nicht zu denken. Und wir befinden uns zu diesem Zeitpunkt noch gut 80 Kilometer vor Phnom Penh!!! Im Stadtgebiet selbst geht es noch langsamer vorwärts, da die Hauptstraße vollgestopft ist mit Fahrzeugen, die versuchen, sich an den Baustellen vorbei zu schlängeln. Als wieder einmal alles steht, sehen wir neben uns ein Moped mit einem Anhänger, auf dem ungelogen mindestens 40 Fahrräder gepackt sind. Und oben drauf sitzt noch einer, der wahrscheinlich aufpasst, dass nix runter fällt.

Das Weiterkommen wird zusätzlich noch durch die Fahrzeuge und die rollenden Verkaufsläden gestört, die von der Seite auf die Straße drängen. So kommt es schon mal vor, dass sich vor dem Bus einige Motorräder quer zur Fahrtrichtung oder komplett dagegen bewegen. Aber auch dieses Chaos überstehen wir irgendwie und gelangen so gegen 20.00 Uhr zum Hotel, direkt an der Hauptstraße. In unmittelbarer Umgebung befindet sich kein Restaurant und somit essen wir im hoteleigenen Lokal. Die gedämpften Teigtaschen mit unbekannter Füllung schmecken sehr lecker, aber satt machen sie einen nicht.

Kontakt unter stefan-franke@reiseberichte-und-fotografie.de